Detlef Cordes > Musik erklärt >Der Quintenzirkel - ganz einfach

Der Quintenzirkel macht dir das Leben am Instrument einfacher, gerade wenn du Anfängerin oder Anfänger bist und ganz besonders dann, wenn du einfach nur Lieder nach Akkoreden begleiten möchtest. Der Quintenzirkel ist nichts, was man irgendwann mal zusätzlich lernt, wenn man "das mit der Musik richtig geschnallt hat" - im Gegenteil: er ist eine große Hilfe von Anfang an.

Vor allem: du musst ihn ja nicht auswendig können! Er ist tausendfach im Web zu finden und jetzt eben auch hier in einer rudimentären, vereinfachten Form, welche die grundsätzlichen, wichtigen Verhältnisse darstellt und darauf aufbauende Information erstmal weglässt. Darum geht es hier zunächst nur um Dur-Tonarten.

Sehr viele Lieder, gerade auch traditionelle Kinderlieder kannst du mit 3 Akkorden begleiten. Grundsätzlich kannst du jedes Lied in jeder Tonart spielen. Das nennt sich: 'transponieren' und ist zweckmäßig wenn dir ein Lied zu hoch oder zu tief für deine Stimme ist. Du singst es halt in der Tonart, die dir am bequemsten ist. Auf der Gitarre kannst du mit einem Kapodaster arbeiten und deine Akkordgriffe einfach verschieben, bis die Tonlage dir passt. An anderen Instrumenten, z.B. dem Keyboard hilft dir der Quintenzirkel.

Die 3 Hauptakkorde eines Liedes:

  1. Die Tonika

    Das ist der Akkord, welcher der Tonart ihren Namen gegeben hat. In C-Dur also C-Dur. In G-Dur dann G-Dur und so weiter.
  2. Die Dominante

    Die Dominante ist die Quinte über der Tonika. Im Quintenzirkel der nächste Ton im Uhrzeigersinn.
  3. Die Subdominante

    Die Subdominante ist die Quarte unter der Tonika. Im Quintenzirkel der nächste Ton gegen den Urhzeigersinn.

Du merkst: wenn du im Uhrzeigersinn guckst ist es ein Quintenzirkel - wenn du gegen den Uhrzeigersinn guckst, dann ist es ein Quartenzirkel. G ist die Dominante von C, weil im Uhrzeigersinn der Nachbar im Quintenzirkel. C ist aber die Subdominante von G, weil es gegen den Uhrzeigersinn der Nachbar von G ist.

Wenn du also ein Lied wie "Alle meine Entchen" in der Tonart C-Dur mit den Akkorden C, G und F hast - und es ist dir zu tief, du hast die Melodie aber im Ohr, dann kannst du es in D-Dur versuchen und schaust dir das D in Quintenzirkel an: Dominantennachbar im Uhrzeigersinn ist A - Subdominantennachbar gegen den Uhrzeigersinn ist G. Du spielst also statt C-Dur > D-Dur, statt G-Dur > A-Dur und statt F-Dur > G-Dur.

Und wenn das immer noch nicht passt, dann gehst du zum E und schaust dir seine Nachbarn an - oder probierst es mal in der Nachbarschaft des G.

Warum habe ich in der Zeichnung H/B geschrieben? Weil H-Dur im angelsächsischen Raum B-Dur heißt, was auch logischer ist, denn dann erhält man vom A ausgehend die Tonfolge A B C D E F G. Was für mich einen gewissen Charme hat. Darüber habe ich schon im Tastenscout gesprochen. Ich schreibe darum auch auf Deutsch sehr oft B, wenn ich H meine. Wenn ich Bb meine schreibe und sage ich imm Bb. Es geht auch immer aus dem Kontext hervor, welcher Ton gemeint ist.

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