Der Espresso danach ist Pflicht, um das System wieder hochzufahren. Ich sitze am Tisch, der Gürtel spannt ein bisschen, aber die Laune ist blendend. Jetzt eine kleine Hymne auf den Genuss, der über die Vernunft siegt.
In diesem Lied geht es um den ewigen Kampf zwischen dem Disziplin-Monster und dem Tellerglück. „Das war einfach zu perfekt, um es nicht zu genießen“. Wer fängt bitteschön eine Diät an, wenn das Essen gerade so verdammt gut schmeckt? Das wäre eine Beleidigung für den Koch und den eigenen Gaumen.
Ich stehe dazu: „Da wird der ganze Teller abgeleckt“. Klar, man hat uns beigebracht, dass man das nicht tut, aber wer das Glück bis zum letzten Tropfen Soße auskosten will, muss eben mal die Etikette im Schrank lassen. Ich weiß genau, dass ich mir selbst was vorlüge, wenn ich sage, dass „ganz bestimmt morgen“ abgespeckt wird. Aber dieses „Morgen“ ist ein verdammt dehnbarer Begriff.
Am Ende ist es ein Bekenntnis zur eigenen Schwäche, die eigentlich eine Stärke ist: Wer so richtig verfressen ist, behält die guten Momente wenigstens im Gedächtnis, statt nur Kalorien zu zählen.