Der Espresso schmeckt heute nach purem Widerstand. Es gibt immer Leute, die einen schon begraben, bevor man überhaupt gestolpert ist. Ich habe das auf Englisch getextet, weil „Don’t sing on my funeral before I’m dead“ viel bildhafter ist als das deutsche Sprichwort. Es ist eine klare Ansage an alle Geier, die nur auf das Scheitern warten.
In diesem Lied geht es um die Weigerung, sich vom Pessimismus der anderen anstecken zu lassen. Klar, „Bad news sell“ – schlechte Nachrichten verkaufen sich besser, und die Welt liebt ein gutes Drama über den Abstieg von jemandem. Aber mein Eindruck ist ein anderer: Da ist noch verdammt viel Leben und Spaß übrig („still fun to be had“).
Voreilige Grabreden („Don’t sing prematurely“) gehen meistens nach hinten los. Es ist eine Warnung an die Besserwisser und Untergangspropheten: Unterschätzt mich nicht. „Stranger things have happened“ – es sind schon verrücktere Dinge passiert, als dass jemand allen Widrigkeiten zum Trotz einfach weitermacht.
Kein Jammern, kein Mimimi. Nur der ausgestreckte Mittelfinger Richtung Friedhofstor. Ich bestimme selbst, wann die Party vorbei ist.