Der Espresso ist schwarz wie die Flagge auf einem Piratenschiff, aber die Realität in der Küche sieht eher nach grauer Spülbrühe aus. Ich liebe diesen Kontrast: Im Kopf plant man den ganz großen Coup, die „fette Beute“, aber der Magen und der Stapel dreckiges Geschirr holen dich schneller auf den Boden der Tatsachen zurück, als du „Klar zum Entern“ rufen kannst.
In diesem Lied prallen zwei Welten aufeinander: Der Träumer, der davon überzeugt ist, dass Erfolg alle Alltagsprobleme wegzaubert, und der Realist, der weiß, dass man von ungelegten Eiern nicht satt wird. „Heute machen wir Haushalt“ ist der Satz, der jede Piraten-Romantik im Keim erstickt.
Es ist die klassische Debatte, die man oft mit sich selbst führt. Man träumt davon, irgendwann Leute zu bezahlen, die den ganzen „Kram“ für einen erledigen („die das für uns machen“). Aber bis es soweit ist, bleibt die Küche eben kalt, wenn keiner anpackt. Wer hungrig ist, kann nicht auf den nächsten Beutezug warten – der muss jetzt ran ans Brettl.
Kein Pathos, kein Abenteuer-Kitsch. Einfach nur die trockene Erkenntnis, dass selbst der wildeste Freibeuter irgendwann mal das Besteck sortieren muss. Ordnung ist vielleicht nicht sexy, aber sie macht satt.