Draußen ist alles weiß, der Espresso ist heiß, und ich habe jetzt schon keine Lust auf die Schaufel. Alle schwärmen von „White Christmas“, aber ich sehe nur die Arbeit, die im Matsch endet. Ich habe den Song auf Englisch geschrieben, weil „Who in the world wants so much snow“ diese universelle Genervtheit besser einfängt als jedes deutsche Meckern.
In diesem Lied geht es um die nackte Realität des Winters. Während die Welt draußen im Kitsch versinkt, konzentriere ich mich auf das Wesentliche: Pizza mit viel Käse („I love that stuff“) und den Hund, der sowieso nur Augen für Kekse hat. „I hate to shovel snow“ – das ist kein Gejammer, das ist eine Arbeitsverweigerung gegenüber einer Wetterlage, die nur für Postkarten taugt.
Aber es gibt einen Lichtblick in der weißen Hölle: „Neighbors stick together“. Wenn der Sturm kommt oder das Wasser steigt, rücken die Leute zusammen. Das ist der einzige Moment, in dem der ganze Schnee einen Sinn ergibt – er zwingt uns, mal wieder aufeinander zu achten, egal wie sehr wir das Wetter hassen.
Am Ende bleibt es dabei: Regen ist mir lieber als Schneeschieben. Gib mir Pizza, behalte deine Flocken. Geschmack ist verschieden, aber meine Schaufel bleibt heute im Schuppen, wenn es irgendwie geht.